Bergwerkstour in den Harz: Drei Kronen & Ehrt

Der Bergbau im Harz hat eine lange Tradition – so auch das Bergwerk Drei Kronen & Ehrt. Denn an seinem Standort im Mühlental zwischen Elbingerode und Rübeland befanden sich üppige Erzlagerstätten. Seit dem frühen Mittelalter wurden sie ausgebeutet, da sie wichtig waren für die Herstellung von Roheisen. Man denke nicht zuletzt an das Schmieden von Schwertern und Lanzen, Rüstungen für Ritter, Pflugscharen für Bauern.

Die Entdeckung von Schwefelkies

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts baute man das Eisenerz in kleinsten Tagebauen – so genannten Pingen – ab und verarbeitete es in unmittelbarer Nähe. 1870 dann wurde aufgrund des intensiveren Übertagebergbaus am etwa 100 Meter langen und 15 Meter breiten „Großen Graben“ der so genannte Fürstliche Stollen – benannt nach den Fürsten zu Stolberg-Wernigerode – abgeteuft. Dabei stieß man auf die unter dem Erz bis dahin unbekannte Lagerung von Schwefelkies – auch Pyrit (griechisch für Feuer) oder wegen seines Goldglanzes Katzen- oder Narrengold genannt. Wirtschaftlich wurde Pyrit zur Gewinnung von Schwefelsäure abgebaut. Der dabei übrig bleibende Rückstand, das Purpurerz, verarbeitete man zu Eisen. Des Weiteren findet dieser Kiesabbrand auch heute noch als Poliermittel und Farbengrundstoff Verwendung. Und: Pyrit wird von Esoterikern als Heilstein gegen Arthritis und Ischiasschmerzen eingesetzt.

Wie das Bergwerk zu seinem Namen kam

Der Schacht war eine Zusammenlegung mehrerer kleiner Grubenfelder, teils an Eigenlehner vergeben: Privatleute, welche mit den von eigener Hand ausgebeuteten Zechen belehnt wurden. Seinen Namen bekam die Zeche durch den Hauer namens Ehrt; die Grube Drei Kronen von ihren Besitzern, den Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Zwischen 1951 und 1990 – zu DDR-Zeiten – hieß das 1990 stillgelegte Werk „Einheit“. Insgesamt 13 Millionen Tonnen Eisenerz und Schwefelkies wurden aus dem 500 Meter tiefen Berg geholt.

Förderverein rettete die Bergbautechnik vor dem Verschrotten

Das an der Bundesstraße 27 gelegene Besucherbergwerk – Herkunftsort des Harzer Blutsteins, der in den Wanderkaiser-Plaketten Verwendung findet – gehört zu den beliebtesten im Harz. Mit der originären Grubenbahn fährt man ein. Dank seines eigens gegründeten Fördervereins, der nach der Einstellung der Schwefelkiesförderung die Bergbautechnik vor der Verschrottung rettete, kann man hier an noch immer funktionstüchtigen Bergbaumaschinen die beschwerlichen Arbeiten der Bergleute nachvollziehen. Ehemalige Bergleute informieren über die Entstehung der Lagerstätte, Abbautechniken und Arbeitswelt. So wird der Besuch zu einem beeindruckenden Erlebnis.

Das Besucherbergwerk Drei Kronen & Ehrt ist ganzjährig geöffnet. Mehrmals täglich finden Führungen statt mit einer jeweiligen Dauer von etwa 90 Minuten.