Das Mysterium Steine bereits das Kleinkind ist fasziniert. Dabei ist es egal, ob es sich um einen bizarren Kiesel aus dem Hinterhof oder einen auffällig geformten Stein aus einem Flussbett handelt: Steine hatten und haben eine große Bedeutung für den Menschen. Vor allem Edelsteine. Vor allem für Frauen.
Am Anfang war der Stein
Seit Anbeginn der Menschheit werden Edelsteine geschätzt als Schmuckstück, Glücksbringer oder Heilstein. So erkannte Hildegard von Bingen im Mittelalter deren heilenden Kräfte. Doch bereits in der mittleren Steinzeit bestand Interesse an Edelsteinen. Ein hohes Niveau hatte die Edelsteinverarbeitung in Zentral- und Ostasien, Babylon, Mesopotamien, Ägypten und Mittelamerika. Das Interesse an Edelsteinen stieg in Europa erst mit Ausweitung von Handel und Wissenschaft im 15. und 16. Jahrhundert.
Die Bedeutung von Edelsteinen
Unter dieser Bezeichnung versteht man Mineralien, die sich durch besondere Schönheit, Widerstandsfähigkeit, Härte, Glanz, Farbe sowie seltenes Vorkommen auszeichnen. Ihre Entstehung verdanken sie enormem Druck und hohen Temperaturen, wie sie in großen Tiefen vorherrschen. Erst der Bergbau oder vulkanische Aktivitäten lassen sie an die Oberfläche gelangen, bevor sie in Stollen abgebaut werden. Im Mittelalter dienten Saphir, Smaragd, Rubin oder Diamant als favorisierte Schmucksteine. In der Neuzeit begann man Chalcedon, Amethyst, Achat, Fluorit, Granat oder Mondstein also die scheinbar unedleren Mineralien oder Halbedelsteine ebenfalls als Schmucksteine zu bezeichnen.
Die Bedeutung von Mineralien
Mineralien sind natürliche, anorganische, kristalline Festkörper der Erde und anderer Himmelskörper, die aus einem oder mehreren Elementen bestehen. Sie besitzen eine definierte physikalische und chemische Struktur. Auch reine Metalle sind Minerale, die aus nur einem Element bestehen. Diese werden als gediegen bezeichnet. Solcherart Kristallstruktur besteht aus vielen identischen Elementarzellen zusammengesetzt aus Ionen, Atomen oder Molekülen. Durch diese wiederholte Aneinanderreihung solcher Elementarzellen wird der Kristall symmetrisch nach allen vier Richtungen aufgebaut.
Auch Nierensteine und Quecksilber zählen zu den Mineralien
Aus historischen Gründen wird auch das flüssige Quecksilber als Mineral anerkannt. Die Mehrzahl der heute bekannten rund 4600 Mineralien sind anorganisch. Doch auch einige zu den organischen Substanzen zählende wie etwa Mellit und sogar die für die Bildung von Nierensteinen verantwortlichen Stoffe Whewellit und Weddellit sind als Minerale anerkannt, da sie sich natürlich bilden. Alle terrestrischen und extraterrestrischen Gesteine sind auf Mineralien aufgebaut. Und selbst in der Luft findet man Minerale als Feinstaub. Sogar Wasser ist ein Mineral, wenn es in Form von Wassereis vorliegt.
Indes noch wertvoller als Edelsteine vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen sind die Mineralien, deren Existenz die Menschen ihren Wohlstand in vielerlei Hinsicht verdanken.